Originale schützen und Zugang für die Forschung ermöglichen

TIB erhält Förderung für die Aufbereitung der Begleitmaterialien der ethnologischen Filme der Encyclopaedia Cinematographica

Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BMK) fördert ein Projekt der TIB – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften, das die Begleitmaterialien der ethnologischen Filme der Encyclopaedia Cinematographica (EC) der IWF Wissen und Medien (vormals Institut für den Wissenschaftlichen Film) durch Umverpackung vor weiteren Schäden schützen soll.

Zur Encyclopaedia Cinematographica gehören circa 2.000 wissenschaftliche Filme mit dem Schwerpunkt Ethnologie. Die Sammlung repräsentiert einen Produktionszeitraum von 100 Jahren ethnologische Filmgeschichte, mit den frühesten Beispielen vom Anfang des 20. Jahrhunderts und vielen Filmen aus der Zeit von 1960 bis in die 1980er-Jahre. Die Filme zeigen unter anderem kulturelles Brauchtum wie Musik und Tanz, Religion und Heilkunde sowie vieles mehr. Zu dieser Sammlung gehört neben den Filmen umfangreiches Begleitmaterial: 300 Aktenordner mit Redaktions- und Produktionsakten, Begleitpublikationen in Form von mehr als 100 Aktenordnern, 3.500 lose Hefte sowie ein Fotoarchiv mit hunderten Fotos, Negativen und Dias.

„Die Begleitmaterialen sind wirklich etwas Besonderes, sie enthalten sozusagen das Making-of der Filme und damit wichtige Informationen für ein besseres Verständnis der Filme. Begleitmaterialien und Filme gehören unbedingt zusammen, wie zwei Seiten einer Medaille“, erklärt Miriam Reiche, Restauratorin und Koordinatorin Bestandserhaltung an der TIB.

In dem Projekt „Umverpacken des Aktenbestands Ethnologie der Encyclopaedia Cinematographica (EC) des ehemaligen Instituts für den Wissenschaftlichen Film IWF“ werden ab Oktober 2021 nun die Begleitmaterialien „entmetallisiert“ – Büro- und Heftklammern, die das Papier schädigen, werden entfernt – und in archivgerechte Verpackungen umgebettet. Diese Aufgabe übernehmen zwei studentische Hilfskräfte darunter eine Masterstudentin der Konservierungs- und Restaurierungswissenschaft der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen (HAWK).

Nachdem die Filme der Encyclopaedia Cinematographica bereits im Rahmen des Projektes Delft digitalisiert wurden und im AV-Portal der TIB verfügbar sind, werden nun die Begleitmaterialien für die Digitalisierung vorbereitet. „Das Umverpacken ist ein erster Schritt, um Forschenden diese kulturhistorisch wichtigen Materialien zugänglich zu machen“, freut sich Thomas Bähr, Leitung Bestandserhaltung und Langzeitarchivierung. Derzeit ist die Nutzung leider nur sehr eingeschränkt möglich, da die Akten durch die jahrzehntelange nicht bestandsgerechte Aufbewahrung sehr fragil sind und deshalb nur unter strengen Auflagen eingesehen werden können.

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