Projekt FAIR-Data Spaces gestartet

Einen gemeinsamen Datenraum für Wissenschaft und Wirtschaft schaffen – dank der Zusammenarbeit zwischen GAIA-X und NFDI

Das Projekt FAIR Data Spaces ist im Mai 2021 gestartet. Die föderierte sichere Dateninfrastruktur Gaia-X und die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) entwickeln in diesem Projekt einen gemeinsamen cloudbasierten Datenraum für Industrie und Forschung unter Einhaltung der FAIR-Prinzipien. Das heißt, die Daten sind auffindbar, zugreifbar, interoperabel und wiederverwendbar zu teilen (findable, accessible, interoperable, reusable). Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert.

Das Vorhaben schafft den Fahrplan für die Zusammenarbeit der beiden Initiativen, klärt ethische und rechtliche Rahmenbedingungen für den Datenaustausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, erarbeitet gemeinsame technische Grundlagen und demonstriert die Nutzung von Gaia-X-Technologien für das Bereitstellen und Verwenden von Forschungsdaten entlang der FAIR-Prinzipien in verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen und Branchen.

Die TIB – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften ist in beiden Initiativen – NFDI und dem International Data Space/Gaia-X bereits beteiligt und wird im Rahmen des Projektes dabei helfen, beide stärker technisch und organisatorisch zu vernetzen. Insbesondere plant die TIB den für die NFDI-Initiativen entwickelten Terminologiedienst auch für Gaia-X und die International Data Spaces nutzbar zu machen, damit Beteiligte mittels Terminologien, Vokabularen und Ontologien ein gemeinsames Verständnis der auszutauschenden Daten entwickeln können.

Der NFDI-Verein und zahlreiche in NFDI-Konsortien organisierte Universitäten vertreten die Anwendungsdomäne Wissenschaft. Die wirtschaftsorientierte Gaia-X-Seite wird vertreten durch die Fraunhofer-Gesellschaft sowie Atos als Repräsentanten der an Gaia-X beteiligten Unternehmen. Weitere, insbesondere kleine Unternehmen werden durch eine offene Ausschreibung ab Anfang 2022 eingebunden.

Unternehmen erhalten leichteren Zugang zu Forschungsdaten

Verbundkoordinator Dr. Christoph Lange, Abteilungsleiter Data Science und Künstliche Intelligenz am Fraunhofer FIT, sagt zum Start des Projektes: „In den vergangenen Jahren haben sowohl Wissenschaft als auch Wirtschaft große Schritte hin zu standardisierten Daten-Infrastrukturen gemacht. Das Projekt FAIR Data Spaces stellt nun an der Schnittstelle, nämlich bei der gemeinsamen Nutzung von Forschungsdaten, die Verbindung zwischen beiden Welten her – in organisatorischer, rechtlicher und technischer Hinsicht. Unternehmen, die mit Gaia-X kompatibel sind oder es werden möchten, bekommen dadurch leichteren Zugang zu Forschungsdaten.“

Prof. Dr. York Sure-Vetter, Direktor von NFDI, sagt: „Ich freue mich, dass das gemeinsame Projekt zu FAIR Data Spaces startet. Die Zusammenarbeit mit Gaia-X ist eine Bereicherung für NFDI, da viele unserer Konsortien mit der Industrie vernetzt sind und daher beide Seiten, sowohl Forschung als auch Wirtschaft, an ähnlichen Fragestellungen rund um Forschungsdatenmanagement arbeiten. Das Projekt FAIR Data Spaces wird den bestehenden und zukünftigen NFDI Konsortien dabei helfen, Forschungsdaten nach den FAIR-Prinzipien und so frei und offen wie möglich bereitzustellen.“

Beteiligte Einrichtungen

Die Koordination des Projektes liegt beim Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT und die Ko-Koordination beim Verein Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) e.V. Weitere Partner sind das Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST, die Justus-Liebig-Universität Gießen, die TIB, die Universität zu Köln, die Universität Leipzig, die RWTH Aachen, FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastrukturen GmbH, das Universitätsklinikum Heidelberg, die Eberhard Karls Universität Tübingen, die Heidelberger Akademie der Wissenschaften, das Europäische Laboratorium für Molekularbiologie EMBL, die Philipps-Universität Marburg, die Westfälische Wilhelms-Universität Münster, die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft und Atos. Das Projekt umfasst somit Bereiche der folgenden Initiativen und NFDI-Konsortien: NFDI4Ing, NFDI4Chem, NFDI4Health, NFDI4Culture, GHGA, NFDI4Biodiversity, KonsortSWD, Medizininformatikinitiative (MII), Gaia-X Association for Data and Cloud (AISBL) und International Data Spaces Association (IDSA).

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