Aktuelles zu Open Access - Ausgabe 30

Sehr geehrte Damen und Herren,

dies ist die 30. Ausgabe von "Aktuelles zu Open Access" für die Leibniz Universität Hannover. Wir wollen damit regelmäßig über Open-Access-Aktivitäten an der Leibniz Universität Hannover (LUH) und der Technischen Informationsbibliothek (TIB) sowie über allgemeine Entwicklungen im Bereich Open Access informieren.

Wir freuen uns über Ihre Rückmeldungen. Gerne können Sie die Informationen an interessierte Kolleginnen und Kollegen weiterleiten.


Stellungnahme von CESAER, EUA und Science Europe zu den Rechten von Autor:innen

CESAER, die European University Association (EUA) und Science Europe, die zusammen über 880 Universitäten, Forschungseinrichtungen und -förderer in Europa repräsentieren, fordern in einer gemeinsamen Stellungnahme vom 25. Mai 2021 Verlage dazu auf, die Rechte von Forschenden bei Open-Access-Veröffentlichungen zu respektieren. Das betrifft unter anderem die Veröffentlichung von Manuskripten in Repositorien ohne Embargofrist.


Handlungsempfehlungen der DFG für die Politik: Open Access ausbauen

Mit dem Impulspapier "Erkenntnisgeleitete Forschung stärken, von Wissensspeichern profitieren" hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) wichtige Handlungsfelder und -empfehlungen für die nächste Legislaturperiode des Deutschen Bundestags veröffentlicht. Eine der Empfehlungen ist der Ausbau von Open Access, einschließlich der Schaffung und Anpassung von Finanzierungsstrukturen und der praxistauglichen Gestaltung des Urheberrechts.


Neue Open-Access-Policy des UKRI

Der britische Forschungsförderer UK Research and Innovation (UKRI) verabschiedete kürzlich eine neue Open-Access-Policy. Statt wie bisher nach maximal sechs oder 12 Monaten müssen Publikationen ab 1. April 2022 unmittelbar mit Erscheinen auf dem "goldenen" oder "grünen" Weg Open Access sein. Ab 2024 müssen auch Monografien nach einer Embargofrist von 12 Monaten Open Access veröffentlicht werden. Die Policy orientiert sich weitgehend am Plan S, weicht aber in manchen Punkten davon ab.


Open-Access-Strategie des Mediävistenverbandes

Der Mediävistenverband, eine der weltweit größten Wissenschaftsvereinigungen zur Mittelalterforschung, entwickelte eine Open-Access-Strategie und veröffentlicht seine renommierte Zeitschrift "Das Mittelalter. Perspektiven mediävistischer Forschung" seit Juli 2021 Open Access bei Heidelberg University Publishing (heiUP).


ChemRxiv auf neuer Plattform

Seit Juni 2021 wird ChemRxiv, der Preprint-Server für die Chemie, auf der Plattform Cambridge Open Engage betrieben. Zu den bestehenden Funktionen kamen neue hinzu wie ein verbessertes Dashboard für Autor:innen, eine verbesserte Suchfunktion und die Integration von ORCID.


Ergebnisse des EUA Open Science Survey 2020-2021

Die European University Association (EUA) hat im Juli die Ergebnisse der 2020/21 durchgeführten Open-Science-Umfrage des 2020/21 durchgeführten Open Science Survey veröffentlicht, basierend auf den Rückmeldungen von 272 Einrichtungen aus 36 Ländern. In der Umfrage wurden sowohl etablierte Open-Science-Themen wie Open Access und Forschungsdaten als auch neuere Themen wie Citizien Science und Open Educational Resources adressiert. Es zeigte sich unter anderem, dass 54 Prozent der Einrichtungen eine Open-Science-Policy haben und 37 Prozent eine entwickeln.


Studie zur Entwicklung von Open-Access-Artikelgebühren

Eine Studie untersuchte die Entwicklung von Article Processing Charges (APCs) für Open-Access-Zeitschriften von 2011 bis 2021. Während die durchschnittlichen APCs pro Zeitschrift in zehn Jahren nur leicht von 906 US-Dollar auf 958 US-Dollar stiegen, allerdings erhöhten sich die durchschnittlich pro Artikel gezahlten APCs in diesem Zeitraum von 904 US-Dollar auf 1.626 US-Dollar.


Open-Access-Anteile an deutschen Einrichtungen

Eine neue Studie untersucht die Entwicklung des Open-Access-Anteils am Publikationsaufkommen deutscher Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Zeitschriften in den Jahren 2010 bis 2018. 45 Prozent der untersuchten Artikel waren zum Zeitpunkt der Untersuchung frei zugänglich, mehrheitlich über fachliche Repositorien.


FAQ zu Creative Commons auf Deutsch verfügbar

Seit Kurzem bietet Creative Commons eine umfangreiche deutschsprachige Hilfeseite mit umfangreichen Antworten auf rund 130 häufig gestellte Fragen an. Dafür wurden nicht nur die englischsprachigen FAQ übersetzt, sondern auch Besonderheiten des deutschen und europäischen Rechts berücksichtigt.


Vereinbarung zwischen Crossref und DOAJ

Das Directory of Open Access Journals (DOAJ) und Crossref unterzeichneten ein Memorandum of Understanding. Das Ziel ist eine noch engere Zusammenarbeit der beiden Institutionen für das wissenschaftliche Publizieren wichtigen Akteure, zum Beispiel bei der leichteren Identifikation von Inhalten in DOAJ-Zeitschriften über die Crossref-Metadaten.


Förderung für die Umstellung wirtschaftswissenschaftlicher Zeitschriften auf APC-freies Open Access

Die ZBW - Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft fördert mit der Open Library Economics (OLEcon) wirtschaftswissenschaftliche Zeitschriften in wissenschaftlicher Trägerschaft, die nachhaltig auf APC-freies Open Access ("Diamond Open Access") umstellen möchten. Die Publikationskosten werden statt über APCs von den beteiligten Einrichtungen oder Fördergebern aufgebracht. Das Angebot gilt sowohl für Zeitschriften, die momentan im Subskriptionsmodell erscheinen, als auch für Zeitschriften, die bereits Open Access erscheinen.


Programm der Open-Access-Tage veröffentlicht

Die Open-Access-Tage 2021 finden vom 27. bis 29. September 2021 online unter dem Motto "Partizipation" statt. Die zentrale Tagung zu Open Access im deutschsprachigen Raum richtet sich an alle, die sich mit den Möglichkeiten, Bedingungen und Perspektiven des wissenschaftlichen Publizierens befassen. Die Konferenzteilnahme ist kostenlos und erfordert keine Registrierung. Kürzlich wurde das vorläufige Programm veröffentlicht.


*** Open Access an der Leibniz Universität Hannover und der TIB ***

Read-&-Publish-Vertrag mit AIP Publishing

Die TIB hat einen dreijährigen Read-&-Publish-Vertrag mit AIP Publishing geschlossen. Mitglieder der Leibniz Universität Hannover (LUH) publizieren damit kostenfrei Open Access in 26 hybriden Zeitschriften von AIP.


Webinar: Wissenschaftliches Publizieren und Open Access in der Informatik

Die Informatik zeichnet sich durch einen offenen Umgang mit erzielten Forschungsergebnissen aus. Open Access wird immer wichtiger und von vielen Förderern für die Publikation von Forschungsergebnissen verlangt, etwa in den Programmen Horizon 2020 und Horizon Europe. Mit dem Plan S machen die Europäische Kommission und weitere Förderer diesbezüglich verbindliche und weitgehende Vorgaben. Verträge mit Verlagen wie DEAL für Wiley und Springer Nature machen Open-Access-Veröffentlichungen zum Standard. In einem Webinar für Informatiker:innen der LUH werden die aktuellen Entwicklungen aufgezeigt und die Angebote der TIB rund um das Publizieren vorgestellt.

Wann: 30. September 2021., 10 Uhr //  und 7. Oktober 2021, 13 Uhr


Erste Publikationen bei TIB Open Publishing erschienen

TIB Open Publishing, die neue Open-Access-Publikationsplattform der TIB, hat die ersten beiden Konferenzbände veröffentlicht. Sie enthalten die Beiträge der "2nd German-West African Conference on Sustainable, Renewable Energy Systems (SusRES2021)" und der "24th International Conference on Business Information Systems (BIS 2021)". Die Bände sind unter der Lizenz CC BY 4.0 veröffentlicht.


Aktuelles rund um Open Access finden Sie auch im TIB-Blog unter: http://blogs.tib.eu/wp/tib/category/open-access/

Ältere Ausgaben von "Aktuelles zu Open Access" gibt es unter https://tib.eu/aktuelles-zu-open-access

 

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