Nicht-textuelle Materialien

Im Kompetenzzentrum für nicht-textuelle Materialien (KNM) arbeitet ein interdisziplinäres Team aus Expertinnen und Experten für IT-Entwicklung, Multimedia Retrieval und Ontologien, Mediendokumentaren, Informationswissenschaftlern und Juristen an der grundlegenden Verbesserung der Zugangs- und Nutzungsbedingungen für Medientypen wie audiovisuelle Medien, 3D-Objekte und Forschungsdaten. Die nicht-textuellen Materialien werden systematisch gesammelt und als kulturelles Erbe erhalten.

Zu den Schwerpunkten des KNM gehört die Entwicklung innovativer Problemlösungen in den Bereichen Sammlung, Erschließung, Bereitstellung und (Langzeit-)Archivierung nicht-textueller Materialien. Diese sollen zukünftig so einfach publiziert, gefunden, zitiert und dauerhaft bereitgestellt werden können wie textuelle Dokumente. Hierfür werden Infrastrukturen sowie Werkzeuge und Dienste entwickelt, die Nutzerinnen und Nutzer im wissenschaftlichen Arbeitsprozess aktiv unterstützen. Lösungen für spezifische Nutzerbedarfe und weitere Objekttypen werden ebenso berücksichtigt wie die Anpassung an neue Wissensdomänen. Für den schnellen und erfolgreichen Transfer von Forschungsansätzen in die Praxis der digitalen Bibliothek werden die Entwicklungen konsequent durch eine benutzerzentrierte Softwaregestaltung begleitet, so dass eine optimale Bedienbarkeit der Portale und Werkzeuge sichergestellt wird.

Das KNM

  • wird seit 2011 durch die Leibniz-Gemeinschaft gefördert,
  • betreibt interdisziplinäre Forschungs- und Entwicklungsprojekte mit lokalen, europäischen und internationalen Partnern,
  • unterstützt andere Wissenseinrichtungen und Wissensanbieter im Umgang mit nicht-textuellen Materialien und realisiert bedarfsorientiert Dienstleistungen, Werkzeuge und Infrastrukturen,
  • unterstützt Forschende, Lehrende und Studierende beim Zugang zu sowie der Nutzung und der Publikation von nicht-textuellen Materialien.

Schwerpunkte

  • Multimedia Retrieval
  • automatische Erschließung
  • semantische Suche
  • visuelle Suche
  • Linked Data Engineering und semantische Applikationen

Leistungsspektrum

  • Hosting
  • Erschließung nach internationalen Standards
  • Entwicklung innovativer medienspezifischer Portale mit automatischer inhaltsbasierter Erschließung durch Text-, Sprach- und Bilderkennung
  • Lizenzierung möglichst unter Open Access
  • Registrierung von Digital Object Identifiern (DOI) und Media Fragment Identifiern (MFID)
  • Linked-Open-Data-Service
  • Langzeitarchivierung
  • Unterstützung der Produzentinnen und Produzenten bei der Veröffentlichung ihrer Medien inklusive Beratung zu Technik, Rechten, Metadaten, Langzeitarchivierung und DOI-Registrierung.

Das TIB AV-Portal

Mit dem TIB AV-Portal hat die TIB eine kunden- und bedarfsorientierte Plattform für nicht-textuelle Materialien entwickelt. Das Portal ermöglicht den freien Zugang zu hochwertigen wissenschaftlichen Videos wie Computervisualisierungen, Simulationen, Experimenten, Interviews sowie Vorlesungs- und Konferenzaufzeichnungen aus dem Bereich Technik und Naturwissenschaften. Die TIB hat das Portal gemeinsam mit der Forschungsgruppe Semantic Web am Hasso-Plattner-Institut (HPI) entwickelt. Das wesentliche Merkmal des TIB AV-Portals: Es verbindet den aktuellen Stand der Technik entsprechender Multimedia-Retrieval-Verfahren und der semantischen Analyse. Die automatische Videoanalyse des TIB AV-Portals umfasst eine strukturelle Analyse (Szenenerkennung) sowie eine Text-, Audio- und Bildanalyse. Die automatische Erschließung des TIB AV-Portals beschreibt die Videos auf Segmentebene und ermöglicht dadurch eine zielgenaue Suche innerhalb der Videos. Die Videos des TIB AV-Portals werden mit Sachbegriffen der Gemeinsamen Normdatei (GND) automatisch indexiert, die in semantischer Beziehung (Synonyme, Oberbegriffe, verwandte Begriffe und mehr) zueinander stehen. Das TIB AV-Portal baut auf den Sachbegriffen und deren semantische Beziehungen eine semantische Suche auf, die die traditionelle schlüsselwortbasierte Suche sowohl durch eine Erweiterung als auch durch eine Präzisierung der Suchergebnisse verbessert. Die englischsprachigen Videos des TIB AV-Portals werden mit Hilfe von englischen Bezeichnern verschlagwortet, die durch ein automatisiertes Mapping der GND-Sachbegriffe auf andere Normdaten (unter anderem DBpedia) ermittelt wurden. Die Filme sind mit einem Digital Object Identifier (DOI) versehen und somit eindeutig referenzierbar. Die einzelnen Filmsegmente werden mit einem Media Fragment Identifier (MFID) versehen, mit dem das Video sekundengenau dereferenziert und zitiert werden kann.

Laufende Projekte

Abgeschlossene Projekte

Wer hilft weiter?

Margret Plank

Telefon: 0511 762-4884