ScienceGRAPH

Wissensgraphbasierte Repräsentation, Zusammenarbeit und Analyse von Forschungsergebnissen

Fakten

Leitung

Prof. Dr. Sören Auer

Projektbearbeitung

Markus Stocker, Yaser Jaradeh, Allard Oelen, Jennifer D‘Souza

Förderung durch

European Research Council (ERC) Consolidator Grant

Laufzeit

1. Mai 2019 – 30. April 2024

Homepage

https://projects.tib.eu/orkg/

Trotz eines verbesserten digitalen Zugangs zu wissenschaftlichen Publikationen in den letzten Jahrzehnten bleiben die Grundprinzipien der wissenschaftlichen Kommunikation unverändert und sind weiterhin weitgehend dokumentenbasiert. In ScienceGRAPH wollen wir ein neuartiges Modell zur Darstellung, Analyse, Erweiterung und Nutzung der wissenschaftlichen Kommunikation auf wissensbasierte Weise entwickeln, indem wir wissenschaftliche Beiträge und verwandte Artefakte durch semantisch reichhaltige, vernetzte Wissensgraphen ausdrücken und miteinander verbinden.

Kooperationen

Partner:

  • Leibniz Universität Hannover, Forschungszentrum L3S 
  • Technische Informationsbibliothek (TIB)
  • Institut für Angewandte Informatik (InfAI) e.V.

Projekt Leitung: Leibniz Universität Hannover, Forschungszentrum L3S

Weiterführende Links

Beschreibung

Prof. Dr. Sören Auer, Direktor der TIB – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften und Professor für Data Science und Digital Libraries an der Leibniz Universität Hannover, erhält einen der renommierten Consolidator Grants des Europäischen Forschungsrates (ERC). Für seine Forschungsarbeit mit dem Thema „ScienceGraph - Knowledge Graph based Representation, Augmentation and Exploration of Scholarly Communication“ stellt die Europäische Union Prof. Auer in den kommenden fünf Jahren zwei Millionen Euro zur Verfügung. Das Projekt wird im Leibniz Joint Lab „Data Science & Open Knowledge“ der TIB mit dem Forschungszentrum L3S der Leibniz Universität angesiedelt sein.

Ziele

Trotz eines verbesserten digitalen Zugangs zu wissenschaftlichen Publikationen in den letzten Jahrzehnten bleiben die Grundprinzipien der wissenschaftlichen Kommunikation unverändert und sind weiterhin weitgehend dokumentenbasiert. Die dokumentorientierten Arbeitsabläufe in der Wissenschaft haben die Grenzen der Angemessenheit erreicht, wie die jüngsten Diskussionen über die zunehmende Verbreitung wissenschaftlicher Literatur, den Mangel an Peer-Review und die Reproduzierbarkeitskrise zeigen. In ScienceGRAPH wollen wir ein neuartiges Modell zur Darstellung, Analyse, Erweiterung und Nutzung der wissenschaftlichen Kommunikation auf wissensbasierte Weise entwickeln, indem wir wissenschaftliche Beiträge und verwandte Artefakte durch semantisch reichhaltige, vernetzte Wissensgraphen ausdrücken und miteinander verbinden. Das Modell basiert auf einer tiefen semantischen Repräsentation wissenschaftlicher Beiträge, deren manueller und automatischer Ergänzung und schließlich der intuitiven Exploration und Interaktion auf der resultierenden ScienceGRAPH-Wissensbasis. Derzeit sind Wissensgraphen noch darauf beschränkt, enzyklopädische, Fakten-Informationen darzustellen. ScienceGRAPH wird die Darstellung komplexer interdisziplinärer wissenschaftlicher Informationen ermöglichen, einschließlich feingranularer Provenienzerhaltung, Diskurserfassung, Evolutionsverfolgung und Konzeptdrift. Außerdem streben wir eine synergistische Kombination automatisierter Extraktions- und Augmentationstechniken mit groß angelegter Zusammenarbeit an. Als Ergebnis erwarten wir einen Paradigmenwechsel in den Methoden des akademischen Diskurses hin zu stärker wissensbasierten Informationsflüssen, die völlig neue Wege der Suche und Exploration ermöglichen. Die Effizienz und Effektivität der wissenschaftlichen Kommunikation wird zunehmen, da Unklarheiten reduziert, die Reproduzierbarkeit erleichtert, Redundanzen vermieden, Herkunft und Beiträge besser nachvollziehbar sind und die Zusammenhänge der Forschungsbeiträge deutlicher und transparenter werden.

ERC Consolidator Grants

Mit den ERC Consolidator Grants fördert die europäische Kommission vielversprechende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zwischen 7 und 12 Jahre nach der Promotion, deren eigene Arbeitsgruppe sich in der Konsolidierungsphase befindet. Die von der Europäischen Union mit einer Gesamtsumme von 573 Millionen Euro finanzierten Wissenschaftspreise sollen Spitzenwissenschaftler bei ihren visionären Grundlagenforschungen unterstützen. 2018 wurden europaweit 291 der prestigeträchtigen ERC Consolidator Grants vergeben. Bei 2.389 Bewerbungen entspricht dies einer Erfolgsquote von lediglich zwölf Prozent.

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