Open-Access-Publikationsfonds der Leibniz-Gemeinschaft: Zeitschriften

Der Publikationsfonds für Artikel in Open-Access-Zeitschriften der Leibniz-Gemeinschaft fördert Publikationen in Open-Access-Zeitschriften, die Publikationsgebühren erheben (article processing charges, APC). Der Fonds wird anteilig aus dem Strategiefonds des Präsidiums der Leibniz-Gemeinschaft (20 Prozent) und aus Mitteln der beteiligten Institute (80 Prozent) finanziert.

Zurzeit beteiligen sich 52 Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft am Publikationsfonds. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus diesen beteiligten Einrichtungen können online einen Förderantrag zur Finanzierung ihrer Publikation stellen.

Verwaltet wird der Publikationsfonds durch die TIB – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften. Die Kolleginnen und Kollegen bearbeiten die Anträge, wickeln die Rechnungen ab, erstellen Statusberichte und unterstützen gerne bei allen Schritten der Antragstellung und -abwicklung.

Antragsformular

Stellen Sie Ihren Förderantrag über unser Online-Formular.

Förderbedingungen

Förderfähig sind Artikel, die folgende Kriterien erfüllen:

  • Der/die corresponding author ist Mitglied des teilnehmenden Leibniz‐Instituts.
  • Es handelt sich um eine genuine Open‐Access‐Zeitschrift, in der alle Publikationen unmittelbar mit ihrem Erscheinen unter einer Creative‐Commons‐Lizenz frei zugänglich sind (keine hybriden Zeitschriften).
  • Die Zeitschrift wendet ein im jeweiligen Fach anerkanntes Qualitätssicherungsverfahren an und soll im Directory of Open Access Journals (DOAJ) gelistet sein.
  • Die Gesamtkosten (inkl. Steuern) liegen bei maximal 2.000 EUR.

Ablauf der Beantragung

  1. Prüfen Sie, ob sich Ihr Institut an dem Fonds beteiligt. Dazu öffnen Sie das Online-Antragsformular und suchen Ihr Institut unter "Einrichtung der Leibniz-Gemeinschaft".
  2. Als "corresponding author" des Artikels stellen Sie Ihren Förderantrag über unser zentrales Online-Formular. Wenn Ihre erste Anlaufstelle normalerweise die bzw. der Open-Access-Beauftragte Ihres Instituts ist, ist es auch möglich, den Antrag auf diesem Wege stellen zu lassen.
  3. Der Förderantrag kann gestellt werden, sobald der Artikel eingereicht wurde.
  4. Eingehende Anträge prüft das Team der TIB anhand der Förderkriterien und in Eingangsreihenfolge.
  5. Wenn Ihr Artikel den Förderkriterien entspricht, erhalten Sie eine Zusage per E-Mail. In dieser E-Mail werden Sie außerdem gebeten, die Verlagsrechnung auf die TIB ausstellen zu lassen und einen Hinweis auf die Förderung durch den Leibniz-Publikationsfonds in die Acknowledgements Ihres Artikels aufzunehmen.
  6. Die TIB übernimmt dann die finanzielle Abwicklung der Rechnung für Sie.
    *** Bitte beachten Sie, dass einige Einrichtungen ohne Zentralbudget den Institutsanteil an der Verlagsrechnung nachträglich umlegen, z.B. auf Projektmittel. Bitte erkundigen Sie sich im Zweifelsfall vorab, welche Regelung Ihr Institut getroffen hat. Das Fonds-Team der TIB vermittelt Sie dazu gerne an Ihre institutseigene Ansprechperson.***
  7. Nach der Publikation werden alle geförderten Artikel über LeibnizOpen, das zentrale Open-Access-Portal der Leibniz-Gemeinschaft sowie über die Website der Leibniz-Gemeinschaft nachgewiesen.
  8. Wenn Ihr Antrag nicht den Förderkriterien des Open-Access-Publikationsfonds der Leibniz-Gemeinschaft entspricht, sendet die TIB diese Mitteilung in Kopie an die zentrale Ansprechperson in Ihrem Institut (üblicherweise die bzw. der Open-Access-Beauftragte). Mit ihr oder ihm können Sie dann gegebenenfalls das weitere Vorgehen erörtern.

FAQ

Nicht alle Leibniz-Einrichtungen beteiligen sich an dem Open-Access-Publikationsfonds. Zwar steht die Teilnahme am Fonds allen Leibniz-Einrichtungen offen. Die Entscheidung liegt jedoch bei den Institutsleitungen, da die teilnehmenden Einrichtungen für einen Großteil der entstehenden Publikationskosten selbst aufkommen müssen. Wenn Sie Ihre Einrichtung im Antragsformular nicht finden konnten, hat sich die Leitung vermutlich gegen eine Teilnahme entschieden bzw. haben wir keine Teilnahmeerklärung aus Ihrem Haus erhalten. Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an publikationsfondsleibniz-gemeinschaftde oder an den/die Open-Access-Beauftragte Ihres Hauses.

Übrigens: Die Leibniz Universität Hannover (LUH) gehört - trotz des ähnlichen Namens - nicht zur Leibniz-Gemeinschaft. Wenn Sie Mitglied der LUH sind, stellen Sie Ihren Antrag bitte über den LUH-Publikationsfonds.

Ja. Sie können Ihren Förderantrag stellen, sobald Sie den Artikel eingereicht haben. Unsere Förderzusage gilt dann allerdings unter dem Vorbehalt, dass sich an den Details nichts mehr ändert – iinsbesondere dass die Kosten nicht über 2.000 Euro inklusive Steuer (1.680,67 Euro netto) steigen.

Seriöse Zeitschriften machen ihre Preise auf ihrer Website transparent. Viele schicken Ihnen sogar nach der Einreichung des Artikels eine vorläufige Rechnung. Der Preis kann dann höchstens noch schwanken, wenn Zusatzkosten wie Überlänge, zusätzliches Lektorat oder ähnliches hinzukommen. Wenn ein Verlag Sie über den gesamten Review-Prozess hinweg – der ja durchaus ein halbes Jahr und mehr in Anspruch nehmen kann – darüber im Unklaren lässt, welche Kosten auf Sie zukommen, sollten Sie generell Vorsicht walten lassen. Sich explizit danach zu erkundigen ist dann mehr als gerechtfertigt. Auch hier unterstützt das Fonds-Team Sie gerne. Schreiben Sie uns eine E-Mail unter publikationsfondsleibniz-gemeinschaftde.

Nein, vermutlich nicht. Denn wenn Ihr Verlag im Ausland sitzt, handelt es sich bei dem Betrag höchstwahrscheinlich um den Netto-Betrag, zu dem zusätzlich 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer gerechnet werden müssen. Die Publikationskosten würden dann insgesamt bei 2.380 Euro liegen, was unsere Förderhöchstgrenze von 2.000 Euro inklusive Steuer übersteigen würde. Nur in wenigen Ausnahmefällen werden die Kosten vom Verlag inklusive der Steuer genannt (Rechnungsposten: VAT bzw. Mwst.). Dies ist generell bei Verlagen mit Sitz in Deutschland der Fall. Aber z.B. auch Royal Society Publishing mit den OA-Zeitschriften Open Biology und Royal Society Open Science wird Ihnen einen Brutto-Betrag nennen. Wir klären dies gerne gemeinsam mit Ihnen (publikationsfondsleibniz-gemeinschaftde).

Mit einem Betrag von über 2.000 Euro ist der Artikel zu teuer und somit nicht förderfähig. Da bei diesen Preisen aber meistens Spielraum für Verhandlungen besteht, lohnt es sich, beim Verlag nach einem Rabatt zu fragen. In einem solchen Fall stellen wir Ihnen ein Bestätigungsschreiben zur Verfügung, welches Sie an Ihren Editor weiterleiten können.

Ja, natürlich, beide Programme sind kompatibel. Stellen Sie uns nach Einreichung oder Akzeptierung Ihres Artikels ganz normal Ihren Antrag. Wir berücksichtigen bei der Prüfung der Förderkriterien dann die 20 Prozent Rabatt des Membership-Programms.

Zusatzinformation: Am 1. August 2020 tritt dann der DEAL-Vertrag mit Springer Nature in Kraft und die Publikationen werden deutschlandweit zentral abgerechnet. Damit ist kein Antrag an den Publikationsfonds mehr nötig.

Das ist zumindest nicht ausgeschlossen. Voraussetzung ist aber immer, dass es sich um eine reine Open-Access-Zeitschrift handelt, die anerkannten Qualitätssicherungsverfahren unterliegen muss. Wir prüfen diese Zeitschrift dann individuell.

Für Open-Access-Bücher (Monografien und Sammelwerke) sowie Beiträge in Sammelwerken wurde 2019 ein eigener Publikationsfonds eingerichtet (Laufzeit 2019 und 2020). Weitere Informationen zu diesem Förderangebot finden Sie hier.

Wer hilft weiter?

Jessica Michel