Metadaten – unverzichtbarer Rohstoff im digitalen Zeitalter

TIB veranstaltet Crossref LIVE event

In Anbetracht der in rasantem Tempo steigenden Zahl wissenschaftlicher Publikationen und einer zunehmenden Vielfalt an Veröffentlichungsmöglichkeiten erweist es sich als immer wichtiger, wissenschaftliche Inhalte präzise zu beschreiben und zu verorten. Metadaten übernehmen diese Funktion, indem sie Informationen über solche Inhalte strukturiert zur Verfügung stellen. Alle Beteiligten des wissenschaftlichen Kommunikationsprozesses haben ein Interesse daran, dass dies möglichst exakt und standardisiert geschieht. Hier setzt die gemeinnützige Initiative Crossref an, die es sich seit ihrer Gründung im Jahr 2010 zum Ziel gesetzt hat, als Mittler zwischen Produzenten und Rezipienten wissenschaftlicher Information zu dienen.

Inwieweit man diesem Anspruch gerecht wird und welche konkreten Aktivitäten dazu momentan unternommen werden, war Thema des aktuellen Crossref-Seminars, welches am 27. Juni 2018 an der TIB stattfand. Knapp 50  Teilnehmerinnen und Teilnehmer informierten sich im Rahmen verschiedener Vorträge über die Anwendungsbereiche von Crossref-Metadaten und diskutierten Verbesserungspotentiale, die sich u.a. auf die standardisierte Erfassung von Institutionen – analog zur eindeutigen Identifizierung von Autoren durch ORCID-ID’s – bezogen. Dabei wurde deutlich, dass neben der eindeutigen Identifikation von Artikeln mittels DOI’s auch die zweifelsfreie Zuordnung von Konferenzen immer wichtiger wird. Aber auch Referenz-Linking, Plagiatserkennung, Forschungsförderinformationen sowie Forschungsdaten lassen sich mittels geeigneter Metadaten eindeutig abbilden und miteinander verknüpfen. Auf diese Weise kann eine umfassende Auffindbarkeit von Informationen sowie deren Bewertung und Weiterverwendung sichergestellt werden.
Im Rahmen diverser Initiativen, wie z.B. Metadata 2020 oder der Initiative For Open Citations (I4OC), soll dies weiter vorangetrieben werden. Crossref kooperiert hier mit DataCite, einem gemeinnützigen Verein, mit der Geschäftsstelle an der TIB, dessen Ziel es ist Forschungsdaten weltweit auffindbar, zitierbar, mit sämtlichen Ressourcen eines Forschungszykluses zu verknüpfen und nachnutzbar zu machen. Beide DOI-Registrierungsagenturen entwickeln gemeinsam mit der internationalen Forschungscommunity Standards für Artikel-Daten-Zitierungen und bieten diese über den Event Data Service an. Darüber hinaus sind beide Partner aktiv an dem von der EU geförderten Projekt "FREYA"  beteiligt, welches den PID Graph, als Bestandteil der geplanten European Open Science Cloud, durch weitere persistente Identifier (PIDs), wie z.B. für Software, Konferenzen, Organisationen und Instrumente ergänzt sowie Domän-spezifische PIDs integriert.

Fazit dieses Workshoptages: So unterschiedlich die Informationsbedürfnisse von Bibliotheken, Verlagen, Datenzentren, Plattformen oder einzelnen Wissenschaftlerinnen und Wisseschaftlern sein mögen, so bedarf es doch einer einheitlichen Metadatenbasis, um den Ansprüchen aller Interessengruppen angemessen gerecht zu werden. Dass eine solche möglichst vollständige und offene Datenbasis existiert, daran wird Crossref in enger Abstimmung mit seinen mehr als 10.000 Mitgliedern auch zukünftig intensiv arbeiten.