Vier Zeiten : Erinnerungen —  1. Aufl. (Deutsch)

Siedler , Berlin; 1997

Für den Zeitgenossen, der Weizsäckers Präsidentschaft (1984-94) bewußt miterlebt hat, enthält das Buch, das sich als politische Memoiren versteht, nichts Sensationelles. Es ist ein ehrlicher, solider Rechenschaftsbericht. Da er natürlich in der deutschen Vereinigung 1990 den Höhepunkt seiner Laufbahn sieht, hat er die Beschreibung seines politischen Lebensweges bis dahin entsprechend akzentuiert. Seine positive Haltung als Kirchentagspräsident und als CDU-Politiker zur Ost- und Entspannungspolitik Brandts wird geschildert, auch sein damaliges und nachträgliches Unbehagen bei der Ablehnung dieser Politik durch die CDU-Mehrheit. Jugend und familiärer Hintergrund werden recht kurz behandelt, breiter dagegen die Berufstätigkeit vor der politischen Karriere. Viel Verständnis bringt er der geistigen und politischen Umbruchsituation der 60er Jahre entgegen. Das Buch bestätigt die Tatsache, daß Weizsäcker dem Amt des Bundespräsidenten neue Dimensionen erschlossen hat. (1 S) (Klaus Hohlfeld)

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