European North Atlantic - Cruise No. M2 - June 19 - July 16, 1986 - Kiel (Germany) - Bremerhaven (Germany) (Englisch)

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Im Sonderforschungsbereich 313 der Universität soll versucht werden, Abbildung und Geschichte der ozeanischen Zirkulation (Abb. 1, 2) im Europäischen Nordmeer zu beschreiben und zu verstehen. Dazu müssen die Prozesse untersucht werden, die in der Wassersäule zur Sedimentbildung und-verteilung führen und dafür sorgen, daß ein "lesbares" Signal im Laufe der Sedimentation am Meeresboden ankommt und erhalten bleibt. Zusammensetzung und Flußraten der partikulären, sedimentierbaren Materie, die durch die ozeanischen Wassermassen absinkt, müssen bestimmt sowie die regionale Verteilung der Parameter und ihre Abhängigkeit von Eigenschaften der Boden-Wasser Grenze, die zu Veränderungen des Signals führen können, das den Meeresboden aus der Wassersäule erreicht. Die obersten Sedimentschichten sollen deshalb mit sedimentologischen, geochemischen, biologischen, paläontologischen und geophysikalischen Methoden genau untersucht werden, um ihre Verteilungsmuster mit den darüberliegenden Wassermassen in Beziehung zu setzen und daraus abzuleiten, wie sie die Eigenschaften und Strömungen der überlagerten Wassermassen dokumentieren. Das europäische Nordmeer lag während des Quartärs in der klimatischen Zone, die global den raschesten und extremsten Veränderungen des Klimas unterworfen war. Anhand von Sedimentkernen soll festgestellt werden, wie die ozeanische Zirkulation im Europäischen Nordmeer auf die Klimaschwankungen des Känozoikums reagiert hat. Im Jahr 1986 sind im Rahmen des SFB 313 drei zeitlich gestaffelte Expeditionen auf drei deutschen Forschungsschiffen und mit jeweils unterschiedlichen fachlichen Schwerpunkten durchgeführt worden. FS "POSEIDON" Kiel hat im Mai und Juni in 2 Fahrtabschnitten meeresbiologische (planktologische) und meeresgeologische Untersuchungen vorgenommen. Direkt anschließend sind mit dem neuen FS "METEOR" (Hamburg) meeresbiologische (vor allem benthologische), geochemische und meeresgeologische Experimente entlang einer langen Traverse vom Vöring-Plateau nach Westen in das offene Europäische Nordmeer hinaus ausgeführt worden. Schließlich standen meeresgeophysikalische Untersuchungen im Mittelpunkt einer Ausfahrt des FS "VALDIVIA" (Hamburg). Bei allen Ausfahrten ist eine sorgfältige Verflechtung und Verzahnung der Arbeiten, die im Rahmen der einzelnen Teilprojekte des SFB 313 geplant sind, gelungen. Die Kieler Arbeitsgruppen wurden durch eine Reihe von Gästen aus Hamburg, aus norwegischen, dänischen und anderen deutschen Forschungsinstituten ergänzt.

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