Zugsicherungstechnik bei der Wiener U-Bahn (Deutsch)

in Elektrotechnik und Informationstechnik ; 117 , 3 ; 198-207
Elektrotechnik und Informationstechnik
; 2000
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Der Bericht umfasst den Ausrüstungsstand des letzten Jahrzehnts auf dem Sektor Zugsicherungsanlagen der Wiener U-Bahn mit Ausblick auf die Ausrüstung der neuen Linien. Er ist gekennzeichnet durch das modulare Stellwerkssystem U-Bahn (MSU) der Firma Siemens mit ferngespeisten Tonfrequenzkreisen, Weichennahbedienung, die elektronische Linienzugsbeeinflussung LZB 513, Streckensimulation mit dem System TRANSIT, Einsatz der rechnergesteuerten Fernsteuerung Command 900 sowie Einbindung der bewährten rechnergesteuerten Zuglenkung BLW. Die Linienzugbeeinflussung LZB 513/LZB 510 wird charakterisiert durch die wesentlichen Eckdaten sowie einer ausführlichen Beschreibung von Kurzschleifensystem, Strecken- und Fahrzeuggerät und Diagnosemöglichkeiten. Die Züge fahren und bremsen automatisch. Der Zugführer gibt lediglich den Starbefehl für die Abfahrt und führt die Aufsicht über die Anlage. Für die Projektierung der Zugsicherungsanlagen wurden die von der Firma Siemens entwickelten Projektierungstools TRANSIT und FALCO eingesetzt. Für die Stellwerke wurde das System Command 900 der Firma SEL eingesetzt. Es handelt sich um eine Fernsteuerung, die es gestattet, die unterschiedlichsten Stellwerkstypen fernzusteuern, insbesondere auch alle gängigen Typen von Relaisstellwerken. Das System erfüllt die einschlägigen Sicherheitsanforderungen. Es besteht grundsätzlich aus der Zentrale und den Unterstationen an den Standorten der Stellwerke. Für die Betriebsleitanlage U-Bahn Wien (BLW) werden die wichtigsten Funktionen beschrieben, nämlich (1) Zuglaufverfolgung, (2) Zuglenkung, (3) wirtschaftliches Fahren und (4) Ansteuerung der Zugzielanzeige. Nach einer Übersicht über die Prüfung der Zugsicherungsanlagen mit dem Ablauf der allgemeinen Prüfung, der Funktionsprüfung und der Übereinstimmungsprüfung erfolgt ein Ausblick auf die Planungen für die dritte Ausbaustufe der Wiener U-Bahn. Mit der Errichtung einer neuen Zentrale ist die Übersiedlung von Bedienplätzen bzw. die Neuerrichtung von Überwachungs- und Fernsteuereinrichtungen für die bestehenden Linien erforderlich.

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