Aktuelle Probleme mit dem TKG (Deutsch, Englisch)

in Band- und Flechtindustrie; 43, 1; 17-18
Band- und Flechtindustrie
Deutscher Fachverlag , Frankfurt am Main; 2006

Bereits seit den 70er Jahren müssen nach dem Textilkennzeichnungsgesetz (TKG) in Europa (ebenso wie in den USA) alle Textilien für den Verbraucher (also auch Berufsbekleidung) eine Angabe über Art und Gewichtsanteile (in %) der verwendeten textilen Faserrohstoffe haben. Die richtige Fasermaterialkennzeichnung ist auch die Basis für die für den Verbraucher überaus wichtige Pflegekennzeichnung. In Deutschland werden elastische Textilien, die Elastangarn enthalten, auch von führenden Konfektionären häufig noch mit Elasthan ausgezeichnet. Niemand wäre auf die Idee gekommen, die (frühere) Bayer-Marke 'Dorlastan' mit 'h' zu schreiben. Neu ist in Europa für ein elastisches Garn der Gattungsbegriff 'Elastomultiester' für die von Invista entwickelte Elastik-Faser T-400. Früher war Polyester eine eindeutige Kennzeichnung für die Synthesefasern aus Polyethylenterephthalat (PET). Inzwischen gibt es aber auch Polyesterfasern auf modifizierter Rohstoffbasis wie Polytrimethylenterephthalat (PTT) und Polybutylenterephthalat (PBT) mit veränderten Fasereigenschaften und auch modifizierter Verarbeitung (z.B. in der Färberei). Daher hat die BISFA, Brüssel, als zuständige Organisation für die Chemiefasernormung bei der EU-Kommission eine separate Kennzeichnung der verschiedenen Polyester beantragt. Ebenso befindet sich die von der BASF entwickelte und in den USA produzierte Melaminfaser (Marke Basofil) in der EU-Entscheidungsphase. Eingesetzt wird diese temperaturbeständige Synthesefaser u.a. für Arbeits- und Schutzbekleidung. Auf den Textilmärkten werden die von Lenzing hergestellten Modalfasern immer erfolgreicher. Auch die neue Lenzing-Anlage in China wird überwiegend Modalfasern produzieren, so dass die Weltproduktion bereits in die Region von 100.000 t/Jahr vorstoßen wird. In Fernost werden aber auch noch Polynosicfasern hergestellt, die nach dem TKG auch als 'Modalfasern' gekennzeichnet werden müssen, sich in den Eigenschaften von den Lenzing-Modalfasern aber erheblich unterscheiden. Häufig wird im Textileinzelhandel auch mit dem allgemeinen Begriff Microfasern geworben. Auf manchem Etikett lässt sich auch schon mal die Beschreibung '100 %, Microfasern' entdecken. Der Käufer eines Microfaserprodukts erwirbt aber z.B. Polyester, Polyamid oder Viscose. Bei allen Vorteilen der Textilkennzeichnung für den Verbraucher dauert es aber bei Faserneuentwicklungen oft viel zu lange, bis der neue Gattungsbegriff in Europa durch die 25 Mitgliedsländer genehmigt wird. Daher haben der Europäische Chemiefaserverband CIRFS und BISFA die EU-Kommission um eine dringende Überarbeitung der Textilkennzeichnung in der EU gebeten, um neuen Fasern während der langen Genehmigungsphase eine provisorische Kennzeichnung zu erlauben. (Zweisprachiges Dokument: Deutsch/Englisch)

Dokumentinformationen


Inhaltsverzeichnis – Band 43, Ausgabe 1

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4
Gewirkte leuchtende Vertikallamellen
Thiele, Elke / Arnold, Rolf / Erth, Holger / Caye, Marietta / Janssen, Marcus / Döring, Heinz / Weigand, Frank | 2006
8
Comez: Maschinen für größere Produktvielfalt
| 2006
9
Elastische Schmaltextilien mit Energie
Jung, Jörg | 2006
12
Neue Imprägnier- und Fixiermaschine für Seile
| 2006
14
Neuentwicklung beim Umspulprozess in der Flechterei
Mueller, Stefan | 2006
17
Aktuelle Probleme mit dem TKG
Koslowski, Hans-Joachim | 2006

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