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Ausgehend davon, dass bei Thermoplastsystemen durch eine Erhöhung des Füllstoffanteils im Polymer mit geeigneten Füllstoffen und Füllstoffgeometrien eine sprunghafte Änderung der Leitfähigkeit in Abhängigkeit vom Füllgrad erfolgt (Perkolation), sollten Konzepte zur gezielten Optimierung der elektrischen Leitfähigkeit für die Anwendungsbereiche Eigenleitfähigkeit, EMV-Abschirmung, Drucksensor und Heizelement entwickelt werden. Durch systematische Auswahl und Variation verschiedener Füllstoff/Matrixsysteme unter Berücksichtigung der Eigenleitfähigkeit von Füllstoffen, Füllstoffgeometrien und Kombinationen, Eincompoundierungsverhalten, Additivierung, Verarbeitbarkeit im Spritzguss sowie Veränderungen der mechanischen und elektrischen Eigenschaften wurden die Einsatzmöglichkeiten/Anwendungen bei unterschiedlichen Leitfähigkeitsanforderungen erarbeitet. Bei den eigenleitfähigen, spritzgegossene Strukturen wurden Perkolationskurven für Kombinationen aus den Matrizes (PA6, PBT, sPS, TPE) und den Füllstoffen (Kohlenstofffaser, Stahlfaser, Nano-Tubes) ermittelt. Die Verarbeitbarkeit der Compounds im Spritzguss konnte auch bei hohen Füllgraden sichergestellt werden. Die Darstellung von Leiterstrukturen im Zweikomponentenspritzgießverfahren war erfolgreich. Ausgewählte hochleitfähige Compounds wurden zur flächigen elektromagnetischen Abschirmung zu Platten unterschiedlicher Dicke verarbeitet und Dämpfungsmessungen unterzogen. Die EMV-Charakterisierung im Frequenzbereich von 300 MHz bis 1,2 GHz ergab für 1,5 mm-Platten Dämpfungswerte im definierten Zielbereich von 40 bis 60 dB. Flächige Heizelemente mit heißgeprägten Zuleitungen lassen sich aus sPS, PPS, PA6 mit Kohlenstofffasern bzw. Kupfer als Füllstoffe realisieren. Es konnten Temperaturdifferenzen von 50 Grad C in 5 min realisiert werden. Eine signifikante Veränderung der Leitfähigkeit an den Drucksensoren aus Thermoplastischen Elastomeren bei Druck-Be-/Entlastung konnte lediglich bei TPE mit Stahlfasern bei einem Füllgrad im Bereich des Perkolationsanstiegs (1 bis 5 Volumen-%) nachgewiesen werden. Da keine Reproduzierbarkeit erreicht wurde sind Anwendungen als Schaltelemente vorstellbar, nicht aber als Drucksensor.