Bedeutung und Notwendigkeit der pelvinen Lymphadenektomie bei Low-Risk Prostatakarzinompatienten (Deutsch)

In: Aktuelle Urologie   ;  47 ,  05  ;  402-407  ;  2016

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Hintergrund: Die häufigste Krebserkrankung bei Männern ist das Prostatakarzinom. D’Amico et al. (1998) haben eine Klassifikationsmethodik entwickelt, um sowohl die Aggressivität des Wachstums als auch das Risiko der Metastasierung einschätzen zu können. Die Klassifikation basiert auf den Parametern PSA-Wert, Gleason-Score (GS) und Tumorausdehnung (T). Daraus ergeben sich Low-Risk-, Intermediate-Risk- und High-Risk-Patienten. Wir beobachteten im Rahmen einer größeren heuristischen Untersuchung zum Thema „Bedeutung und Notwendigkeit der pelvinen Lymphadenektomie bei Low-Risk Prostatakarzinompatienten“ u. a. das Zusammenspiel der Parameter (PSA, GS, T) mit dem Auftreten von Lymphknotenmetastasen bei Low-Risk-Patienten, bei denen im Rahmen der radikalen Prostatektomie eine Lymphadenektomie durchgeführt wurde.

Patienten/Material und Methoden: Aufgrund der komplizierten bzw. dünnen Datenlage – bei keinem der „echten“ (d. h. bestätigten) (Low-Risk=LR) LR-Patienten wurden Metastasen gefunden – definierten wir einen Übergangs-bereich zwischen Low-Risk und Intermediate-Risk (Korridor=K) angelehnt an D’Amico:

PSA ≤ 10 ng/ml und GS≤7a (K: 7a) und T1a–T2c (K: T2b, T2c): Das Kollektiv setzt sich aus 288 Patienten (60 Low-Risk (LR), 228 Korridor (K)) zusammen. Wir analysierten Anzahl und Häufigkeit der Lymphknoten und Metastasen. Zudem untersuchten wir das Kollektiv hinsichtlich eines postoperativen GS-Upgrades. Die Ergebnisse basieren auf heuristischen Methoden.

Ergebnisse: Die Datenlage im Übergangsbereich, d. h. im Korridorbereich und dem verifizierten Low-Risk Bereich stellt sich ausgesprochen kompliziert dar: Insgesamt wurden bei den den 288 Patienten 3 743 Lymphknoten entnommen (Mittelwert: 13) davon waren lediglich 7 Lymphknoten metastasiert und diese stammten von 5 K-Patienten. Die Anzahl der insgesamt entfernten Lymphknoten bei diesen 5 Patienten liegt in einem kleinen Intervall [23,32], im Durchschnitt wurden ihnen 26 Lymphknoten entfernt. Ein postoperatives GS-Upgrade wurde bei 20,14% aller Patienten festgestellt.

Schlussfolgerung: Ein postoperatives GS-Upgrade bei jedem fünften Patienten zeigt, dass ein nicht unerhebliches präoperatives Undergrading vorliegt, was dazu führen kann, dass Patienten nicht adäquat therapiert werden. Die Öffnung der D’Amico Klassifikation wäre ein Weg, die Gefahr des Undergradings zu minimieren. In diesem Zusammenhang kann eine pelvine Lymphadenektomie zumindest bei Patienten aus dem Korridor nicht abgelehnt werden.

Inhaltsverzeichnis – Band 47, Ausgabe 05

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