Preservation Planning

Im Pre-Ingest prüfen die Bibliothekarinnen und Bibliothekare formal die eingehenden Objekte auf Lesbarkeit und Vollständigkeit. Existieren Richtlinien für die Abgabeformate, so überprüfen die Bibliothekarinnen und Bibliothekare die Objekte anhand der File Extension.

Während des Ingest wird eine Formatvalidierung mit dem Programm JHOVE und eine Formatidentifikation mit dem Programm DROID durchgeführt, technische Metadaten werden mit den Programmen JHOVE, mediainfo oder dem NLNZ Metadata Extraction Tool extrahiert, drei Checksummen erzeugt und ein Viruscheck durchgeführt. Als Plug-ins können jederzeit neue Tools in Rosetta eingebunden werden.

Die formale Qualitätskontrolle durch die Bibliothekarinnen und Bibliothekare, die Formatvalidierung und -identifikation, die Extraktion technischer Metadaten, die signifikanten Eigenschaften, die Informationen in der Format Library und die Preservation Policy bilden die Grundlage des Preservation Planning.

Basis für die Technology Watch ist die kontinuierliche Beobachtung der technologischen Entwicklung, in diesem Rahmen wird auch die Obsoleszenz von Formaten berücksichtigt. Darüber hinaus tauscht die TIB sich mit anderen Institutionen aus und engagiert sich als Mitglied von Goportis - Leibniz-Bibliotheksverbund Forschungsinformation unter anderem in der Open Preservation Foundation, nestor und der Rosetta Format Library Working Group.

Das digitale Langzeitarchivierungssystem Rosetta verfügt über ein Modul für das Preservation Planning. Es beinhaltet eine Format Library, Mechanismen für die Risikoanalyse und Evaluation, sowie für das Durchführen von Preservation Actions. Außerdem werden dort signifikante Eigenschaften definiert, die als Kriterien für das Riskikomanagement und als Basis für die Erarbeitung von Preservation Plans dienen. In der Format Library sind technische signifikante Eigenschaften bereits festgelegt, weitere technische und organisatorische signifikante Eigenschaften können nach Objektgruppen selbst definiert werden.

Vor dem Ausführen einer Preservation Action wird der Preservation Plan anhand eines Testsets analysiert. Die TIB orientiert sich dabei an den Highlevel-Anforderungen des Preservation Plannings wie im Planets Projekt mittels Plato (PDF) beschrieben.

Bei der Format Library handelt es sich um eine nutzerbetriebene globale Knowledge Base für Rosetta-Anwender. Sie beinhaltet eine auf der Datenbank PRONOM basierende Liste mit relevanten Metadaten zu den einzelnen Formaten und den erforderlichen Wiedergabeprogrammen.

Im Risikomanagement können Risikoindikatoren individuell konfiguriert werden. Auf Basis der Risikoanalysen werden Bestandserhaltungsmaßnahmen automatisiert vorgeschlagen und können auf die betroffenen Objekte angewendet werden.

Die TIB verfügt über eine von Rosetta unterstützte Exit-Strategie. Wird ein Systemwechsel erforderlich, können die Objekte mit ihren Metadaten und den Beziehungen zwischen den Objekten exportiert werden. Rosetta speichert die Objekte und deren Metadaten nicht in proprietären Kapselformaten, um einen vendor-lockin zu vermeiden. Die Metadaten werden in einer METS-XML-Datei gespeichert. Als Teil der Exit-Strategie hat Rosetta das METS-Profil auf den Seiten der Library of Congress veröffentlicht.

Die Durchführung von Bestandserhaltungsmaßnahmen war bisher nicht erforderlich. Neben stetig laufenden Maßnahmen zur Bitstream Preservation wird die TIB Migration und Emulation einsetzen, um die langfristige Nutzung der Objekte sicherzustellen.

Die TIB hat in Zusammenarbeit mit der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg die Emulation von CD-Images (PDF) erprobt.

Tests für die Massenmigration von Objekten sind in Planung.

Soll eine Formatmigration durchgeführt werden, so werden die betroffenen Objekte aus dem permanenten Archivspeicher in den operativen Speicher überführt. Im operativen Speicher wird das Objekt migriert und als neue Version des AIP in den Re-Ingest weitergeleitet.