FAQs zum Urheberrecht

Sie finden in dieser Liste Fragen zum Urheberrecht, die in der Bibliothek häufig gestellt werden. Die Antworten sollen Ihnen eine Orientierung bieten, stellen aber keine rechtsverbindliche Auskunft dar. Bitte achten Sie darauf, zu welchen Materialarten (gedruckte, gescannte oder kopierte Materialien) und für welche Anwendungsbereiche (persönliche Nutzung, öffentliche Verwendung) die jeweiligen Antworten gegeben werden. Achten Sie bitte auch auf die inhaltliche Unterscheidung in den Formulierungen "wissenschaftliche und private Zwecke" und "eigener Gebrauch".

Dürfen Kopien von kompletten Büchern, CD-ROMs oder E-Books erstellt werden?

Es gilt die Vorschrift des § 53 UrhG. Wenn die CD-ROM ein vollständiges Buch, eine vollständige Zeitschrift oder graphische Aufzeichnung von Musikwerken (Noten) enthält, dann darf die CD-ROM nur vollständig kopiert werden, wenn dies der Aufnahme in ein eigenes Archiv dient, oder wenn das Werk seit mindestens zwei Jahren vergriffen ist.
Eine "im wesentlichen vollständige" Kopie eines Buches oder einer Zeitschrift ist nicht zulässig. "Im wesentlichen vollständig" bedeutet, dass alle wesentlichen Hauptbestandteile und ca. 90 Prozent des Inhaltes wiedergegeben werden, wobei Inhaltsverzeichnisse und Register nicht zählen.

Wie viel von einem Buch darf maximal gescannt werden?

Zu wissenschaftlichen und privaten Zwecken dürfen von ganzen Büchern und vollständigen Zeitschriftenheften keine im Wesentlichen vollständigen Kopien des Inhalts angefertigt werden (deutlich weniger als 90 Prozent). Für den sonstigen eigenen Gebrauch darf es nur „ein kleiner Teil“ eines Werkes sein (10 Prozent) oder sich nur um einzelne Beiträge aus Zeitschriften oder Zeitungen handeln.

Dürfen E-Books ausgedruckt werden?

Beim Ausdruck ganzer E-Books entscheiden die Bedingungen des Lizenzvertrags für das E-Book. Soweit der Lizenzvertrag die Rechte aus § 53 UrhG nicht einschränkt oder dem Nutzer mehr Rechte zuerkennt, gilt für vollständige Zeitschriften und E-Books sowie Noten das zur ersten Frage unter Punkt 1 Gesagte.

Dürfen PDF-Dateien gespeichert werden?

PDF-Dateien dürfen nach  § 53 UrhG (wissenschaftliche Zwecke und auch sonstiger eigener Gebrauch) zum eigenen Gebrauch auf jedem Speichermedium gespeichert werden, sofern im Lizenzvertrag keine abweichenden Bedingungen festgelegt wurden.

Ab wann erlischt das Copyright für ältere Literatur?

70 Jahre nach dem Tod des Urhebers (Autors).

Ist es erlaubt, von Altbeständen (Buch über 100 Jahre alt)  angefertigte Scans aus der Reprostelle als E-Mail zu versenden?

Ja, wenn das Urheberrecht erloschen ist.

Dürfen einzelne ISO Standards vor Ort kopiert/ausgedruckt werden?

Autorisierte Nutzer (Hochschulangehörige, Gastdozenten, Studierende) dürfen Normen zu wissenschaftlichen Zwecken in Auszügen per Copy-and-Paste aus der Datenbank kopieren und ausdrucken.

Gelten für Campusangehörige beim Umgang mit Normen die Einzelverträge, z.B. mit DIN und VDE oder gilt das allgemeine UrhG?

Entscheidend sind die Bedingungen des Lizenzvertrags, der zwischen dem Urheber der Norm und dem Herausgeber der Norm vereinbart wurden. Hat der Urheber dem Verlag ein ausschließliches Nutzungsrecht eingeräumt, verbleiben ihm keine Rechte. Im Übrigen können die Normen im Rahmen des eigenen Gebrauchs § 53 UrhG in der Auslegestelle eingesehen werden.

Dürfen Patentschriften, aufgrund der Freiheit dieser Dokumentform, gespeichert und weitergegeben werden?

Patentschriften können frei kopiert, gespeichert und weitergegeben werden.