Dr. Ina Blümel in das Europeana Members Council gewählt

TIB-Wissenschaftlerin wirkt an der Agenda für das digitale kulturelle Erbe in Europa mit

Dr. Ina Blümel // Foto: Blümel

Dr. Ina Blümel, Wissenschaftlerin im Open Science Lab der TIB – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften setzte sich bei der Anfang Dezember stattgefundenen Wahl für das 36-köpfige Members Council der Europeana Network Association durch und ist damit die erste Repräsentantin der TIB in der Europeana. Die Europeana aggregiert Informationen zu digitalisierten Materialien aus Archiven, Museen, Galerien und audiovisuellen Sammlungen in ganz Europa. Sie war und ist als virtuelle Bibliothek maßgeblich daran beteiligt, das wissenschaftliche und kulturelle Erbe Europas von der Vor- und Frühgeschichte bis in die Gegenwart in Form von Bild-, Text-, Ton- und Video-Dateien frei zugänglich zu machen.

Das Members Council kann hierbei eine treibende Kraft sein und die Agenda mitbestimmen. Es vertritt die Mitglieder der Europeana Network Association, wählt und unterstützt den Vorstand sowie überprüft, beschließt und beteiligt sich an der Arbeit von Network Association Communities, Task Forces und Working Groups. Das Gremium fördert regelmäßige Kommunikation zwischen den Mitgliedern der Network Association und der Europeana Foundation. Darauf aufbauend bringen sich die Mitglieder des Councils individuell ein und übernehmen entsprechend der eigenen Interessen und Kompetenzen Verantwortung in den genannten Gruppen. Die Arbeit des Councils beginnt offiziell am 1. Januar 2019. Dr. Ina Blümel gehört dem Council zunächst für drei Jahre an, kann danach jedoch für weitere drei Jahre wiedergewählt werden.

„Erstmal werde ich mir ansehen, wie das Council arbeitet und erfahrenen Mitgliedern über die Schulter schauen – wie zum Beispiel Ellen Euler, Barbara Fischer oder Stephan Bartholmei. Einige der Mitglieder kenne ich bereits aus anderen Kontexten und es ist schön jetzt die Gelegenheit zu haben, gemeinsam Dinge zu gestalten“, freut sich Blümel. Sie wird unter anderem ihre Erfahrungen aus den Digital-Library- und Metadaten-Projekten einbringen, an denen sie an der TIB beteiligt war und ist, darunter Probado, Linked Heritage, das AV-Portal, Duraark und NOA – einer Suchmaschine für frei nachnutzbare wissenschaftliche Abbildungen.

Ina Blümel hat einen ihrer Schwerpunkte auf 3D-Modellen aus der Architektur, ihr Studienfach, und zufällig ist der Ausbau von Werkzeugen für die Kuratierung, Auslieferung etc. von 3D-Inhalten frisch auf der Agenda von EuropeanaTech. „Außerdem kann ich  bei einigen Open-GLAM-Aktivitäten (GLAM = Galleries, Libraries, Archives and Museums) im Council bestimmt Schnittstellen zu den laufenden Projekten mit Lambert Heller und meinen anderen phantastischen Kolleginnen und Kollegen im Open Science Lab sowie den angrenzenden Bereichen in der wachsenden TIB-Forschungs- und Entwicklungsabteilung finden“, erklärt Blümel. „Großartig wäre, wenn wir in der Europeana noch mehr als bisher direkt sichtbare Partizipation schaffen könnten – so wie wir das in den Wikimedia-Projekten haben, also dass die verschiedenen, beitragenden Communities, Expertengruppen und Kulturbegeisterten mit ihrem Wissen direkt für sie sichtbar an der Erschließung der kulturellen digitalen Allmende mitarbeiten können. Also wenn wir zum Beispiel in IIIF ausgelieferte Objekte haben, darin Bereiche markieren und mit Wikidata strukturiert annotieren können. Und wenn Autorenschaften und Herkunft verschiedener Meinungen, wenn der wissenschaftliche Diskurs an diesen Objekten wirklich sichtbar und maschinell verarbeitbar wird, wir also mit einem feingranularen Kultur-Wissensgraphen rauskommen. Wir sollten weiterhin gemeinsam mit der Community Werkzeuge entwickeln, ruhig mal mit unfertigen Produkten nach draußen und dann mit dem gesammelten Feedback in die nächste Iterationsrunde gehen.“

Weiterführende Informationen zur Wahl des neuen Members Council