Open Access im Normalmodus – DEAL-Wiley-Vertrag tritt zum 1. Juli 2019 in Kraft

Vereinbarung bietet Angehörigen der Leibniz Universität Online-Zugriff auf alle Wiley-Zeitschriften und macht Open-Access-Publikation zum Standard

Fast vier Jahre lang hatten die deutschen Wissenschaftsorganisationen mit den großen Wissenschaftsverlagen Elsevier, SpringerNature und Wiley um bundesweite Lizenzen und faire Preismodelle verhandelt, bis ein erster Vertrag unterzeichnet werden konnte. Zum 1. Juli 2019 tritt der DEAL-Vertrag mit Wiley nun voll in Kraft.

Die Vereinbarung bietet den Angehörigen der Leibniz Universität Hannover (LUH) Online-Zugriff auf alle Wiley-Zeitschriften. Gleichzeitig macht sie die Open-Access-Publikation zum Standard für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland. Auch das ausgehandelte Publish&Read-Modell ist eine Innovation, weil es das Publizieren – nicht den Lesezugriff – als Basis des Finanzierungsmodells definiert.

Der Vertrag stellt daher einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer zukunftsfähigen Gestaltung der Open-Access-Transformation dar. Er setzt Signale für die weiteren Verhandlungen mit Elsevier und SpringerNature, aber auch für ähnliche Initiativen im Ausland.

Die TIB – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften beteiligt sich an dem deutschlandweiten Vertrag, der zunächst bis Dezember 2021 läuft.

Die Vorteile für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Leibniz Universität in der Übersicht:

Lesezugriff

Sie können auf das gesamte Zeitschriftenportfolio von Wiley zugreifen. Dies umfasst aktuell rund 1.700 Zeitschriften inklusive der alten Jahrgänge.

Open-Access-Publizieren

Ab dem 1. Juli 2019 ist Open Access Standard für LUH-Autorinnen und -Autoren, die in Wiley-Hybrid-Zeitschriften publizieren wollen. Die Kosten trägt die TIB.

Auch in den genuinen Open-Access-Zeitschriften von Wiley können die Autorinnen und Autoren weiterhin Open Access publizieren. Sie erhalten 20 Prozent Rabatt auf die sogenannten Article Processing Charges (APCs), jedoch keine Rechnung. Die Kosten werden stattdessen zentral von der TIB beglichen.

Weitere Informationen zum Ablauf finden Sie hier

Zur Kostenobergrenze für Article Processing Charges

Die TIB setzt sich gemeinsam mit den übrigen Bibliotheken der TU9, die Allianz führender Technischer Universitäten in Deutschland, für eine einheitliche Kostenobergrenze von 2.000 Euro inklusive Steuer für APCs ein. Diese Obergrenze gehört jedoch nicht zu den Vertragskonditionen, sodass in einigen Fällen höhere Kosten entstehen können. Sie werden dennoch zentral von der TIB beglichen. Dies geschieht auf Basis von Sondermitteln, die die LUH zu diesem Zweck zeitlich befristet zur Verfügung stellt. TIB und LUH erkennen mit dieser Entscheidung die besondere Bedeutung des DEAL-Wiley-Vertragsabschlusses für die deutsche Wissenschaftslandschaft an.

Wenn Sie Fragen rund um den Vertrag haben, helfen wir Ihnen gerne weiter.

Ansprechpartnerin:
Dr. Ulrike Kändler
oafondstibeu // 0511 762-14568