Vom Aussterben bedroht? Liste der gefährdeten digitalen Arten veröffentlicht

Liste identifiziert Daten, Software und Speichertypen, die weltweit am stärksten gefährdet sind

Am 30. November 2017, dem International Digital Preservation Day (Internationaler Tag der digitalen Langzeitarchivierung) erschien erstmalig die „Rote Liste für gefährdete digitale Materialien“, die Bit List’ of the World’s Endangered Digital Species . Diese sogenannte Bit List wird von der Digital Preservation Coalition (DPC) koordiniert und veröffentlicht. Sie ähnelt der Roten Liste gefährdeter Arten der International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) auf und identifiziert eine Reihe von Daten, Software und Speichertypen, die ohne geeignete Maßnahmen der digitalen Langzeitarchivierung aussterben werden, also nicht bewahrt werden können. Die Erhaltung dieser digitalen Materialien ist eine große Herausforderung, die angegangen werden muss.

Ein Beispiel auf der Liste sind Digitalfotos: Mehr als zwei Milliarden Menschen weltweit nutzen Smartphones und machen jedes Jahr unzählige Digitalfotos, die sie über soziale Netzwerke teilen. Allerdings gibt es derzeit keinen eingebauten Mechanismus, um diese Fotos zum Zeitpunkt der Erstellung zu archivieren und langfristig zugänglich zu machen.

Eine Jury wählte aus den – von der Fachcommunity der digitalen Langzeitarchivierung – vorgeschlagenen digitalen Materialien die Kandidaten für die Bit List aus. Mitglieder der Jury waren auch Michelle Lindlar und Thomas Bähr von der Technischen Informationsbibliothek (TIB), die dort ihre Expertise aus dem Bereich digitale Langzeitarchivierung eingebracht haben.

Neu im TIB-Blog

Anlässlich des „International Digital Preservation Day“ gibt es im TIB-Blog einen aktuellen Beitrag mit dem Titel „IDPD17: Ein Tag im Team LZA“, in dem die Kolleginnen und Kollegen des Teams Langzeitarchivierung der Technischen Informationsbibliothek (TIB) mit ihren Aktivitäten und Aufgaben vorgestellt werden.